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Aus
der Reihe «Ästhetisierung
des Alltags»
Fr,
24. März 2006, 20 Uhr
Martin Heller, Kulturunternehmer, Zürich
"Kulturstress? Zu den Folgen des ästhetisierten
Alltags"
Moderation: Anja Reincke, Peter Stohler
"Die Kunst sehnt sich nach dem Leben; das Leben
aber weiss noch nicht, dass es sich nach der Kunst
sehnt." So steht es im Manifest einer nur lokal
bedeutsamen Basler Künstlergruppe aus den frühen
Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bezeichnend
ist der Satz in doppelter Hinsicht. Zum einen
verweist er auf eine der treibenden Utopien der
Moderne, und zum andern macht er deutlich, wie
sehr diese Utopie mittlerweile eingelöst wurde
- unpathetisch, aber überaus wirksam - auf leisen
Pfoten gewissermassen. Denn die Kunst hat dem
postindustriellen Leben derart eingeheizt, dass
ihm im Prozess seiner eigenen Ästhetisierung jede
Sehnsucht abhanden gekommen ist. Stattdessen ist
eine Gesellschaft entstanden, in der die Begrifflichkeit
von "Kunst" und "Kultur" neu gefasst werden müssen,
weil es die Sache, auf die sie einst verwiesen,
in dieser Form längst nicht mehr gibt.
>Infos zu Martin
Heller
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