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Programm
2008 - 2009
Fr. 17. April 2009,
20 Uhr
CORINNA MENN Architektin, Chur
zum Thema "Bauen im fremden Kontext"
Die Churer Architektin Corinna Menn spricht vor
dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mit einem Grossprojekt
im Libanon über "Bauen im fremden Kontext". Mit
einer Aufsehen erregenden Aussichtsplattform in
Flims (2006) hat sich Corinna Menn als eine der
führenden Architektinnen in der jüngeren Schweizer
Szene profiliert. Anschliessend unterhält sich
Corinna Menn mit dem Architekturspezialisten Daniel
Walser.
Für die Architektin Corinna Menn ist die analytische
Betrachtung von Ort und Programm Ausgangspunkt
ihrer Entwurfsarbeit. Die jeweils spezifischen
Merkmale sind Generatoren der architektonischen
Auseinandersetzung.
Die meisten ihrer Projekte entstanden bis anhin
im Radius ihrer Herkunft Graubünden oder in einem
Schweizerischen Kontext. In diesem, ihr bekannten
Kontext, kann sie ihre Entwurfprojekte ohne weiteres
auf historisch kulturelle Wurzeln abstützen, ohne
plakativ oder schematisch zu werden. Derzeit plant
sie parallel im Skiresort Faqra am Mount Lebanon,
nahe von Beirut, ein Ensemble von zehn Ferienhäusern.
Dem angeeigneten Umfeld entzogen, vermeidet sie
es, das Vakuum weder durch eine Anknüpfung an
lokale Bautraditionen zu füllen und sich damit
der Gefahr auszusetzen, in kulturelle Klischees
oder Stereotypen zu fallen, noch autistisch einen
alpinen Bautypus in den Libanesischen Kontext
zu verfrachten. Die Aufgabenstellung löst vielmehr
die grundsätzliche Auseinandersetzung aus, die
Strategie des Entwerfens neu auszuloten und ihre
Elemente zu verifiziert. Welche örtlichen Gegebenheiten
sind für einen Externen überhaupt fassbar und
qualifizierbar? Welche Kriterien sind schliesslich
für die Architektur spezifisch, welche allgemein?
Was ist das Motiv des Auftraggebers?
Der Ansatz des Projektes liegt in einer konsequenten
Fokussierung auf eine sachliche Interpretation
von objektiven Kriterien wie den geometrischen
Bedingungen des Baugesetzes, dem Programm, der
Topografie, dem Klima, der Geologie und Produktionstechniken.
Das erstaunliche Resultat der entwurflichen Recherche
entfaltet jenseits formaler Bezüge zur lokalen
Bautradition in seiner abstrakten Konsequenz die
architektonische Verankerung im Ort.
Die Fragestellung des Agierens in einem fremden
Kontext zeichnet sich gerade bei einer jüngeren
Architektengeneration verstärkt ab. Vor dem Hintergrund
politischer kultureller Umwälzungen und den Chancen
schon als relativ junger Architekt auch im Ausland
beziehungsweise in einem vollkommen fremden Kontext
Projekte entwerfen zu können, vollzieht sich eine
Verschiebung des Aufgabenfeldes aber auch in der
Arbeitsweise des Architekten.
>Infos zu Corinna
Menn
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