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Aus
der Reihe «TRANSFORMER»
Fr,
16. Mai 2008, 20 Uhr
CHRISTIAN SCHMID, Geograph und Dozent für
Soziologie, Zürich
Vortrag "Die urbane Revolution der Schweiz"
Moderation: Daniel Walser
Die urbane Revolution
der Schweiz
Die Schweiz erlebt derzeit einen starken urbanen
Entwicklungsschub, wie vielleicht zuletzt vor
hundert Jahren. Sowohl in den Städten wie
auch auf dem Land wurden in den letzten 10 Jahren
riesige Bauvolumen errichtet. In den Städten
wurden ehemalige industrielle Brachen zu Wohnquartieren
transformiert, die höchsten Gebäude
der Schweiz gebaut und das gesamte Stadtgeflecht
einer enormen Verdichtung und Diversifizierung
unterzogen. Der Slogan aus den späten 80ern
"Zürich ist gebaut", welcher auch
für viele andere Städte in der Schweiz
gegolten hat, ist definitiv Geschichte. Die Schweiz
baut sich neu. Die Städte sind wieder attraktiv
geworden und können sich kaum vor Zuwanderern
retten. Der unablässige, starke Preisanstieg
der Mieten und die Verknappung des Angebots unterstreichen,
dass die Städte wieder attraktiv geworden
sind. Aber auch zwischen den Städten wachsen
die Orte immer mehr zusammen und verdichten sich.
Die Schweiz wird baulich urbaner.
Dieser urbane Entwicklungs- und Verdichtungsprozess,
welcher im gesamten Schweizer Mittelland stattfindet,
führt aber nicht zur einer Änderung
der Mentalitäten. Das Selbstverständnis
ausserhalb der Städte orientiert sich noch
immer an ländlichen Lebensgewohnheiten und
Verhaltensweisen, auch wenn das Bild der unversehrten
Landschaft vom baulichen Entwicklungsschub stark
bedrängt wird und die Bewohner heute Pendler
und keine Bauern mehr sind. Die mentale Karte
der Schweiz veränderte sich in den letzten
50 Jahren erstaunlicherweise nur unmerklich.
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Christian Schmid
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